Megatrends.

Der Digital Hub Vienna beschäftigt sich gemeinsam mit KRAFTKINZ intensiv mit Digitalisierung und Megatrends. Dazu gibt es eine aktuelle Umfrage: http://digital-hub-vienna.at/umfrage/.

“Megatrends sind große – soziale, ökonomische, politische oder technologische – Veränderungen. Sie beeinflussen Unternehmen, die Volkswirtschaft, die Gesellschaft, Kultur und das Leben jedes Einzelnen” – Walter Liebe, Anlagespezialist der Fondsgesellschaft Pictet. Drei Charakteristika müssen erfüllt werden, um von Megatrends sprechen zu können: Der Zeithorizont der Entwicklung sollte sich über mindestens zehn bis 15 Jahre erstrecken. Der Trend sollte einen großen Teil der Menschheit betreffen, sowie einen großen Effekt nach sich ziehen, d.h. er wirkt umfassend und tiefgreifend auf alle Individuen und ihr Konsumverhalten, aber auch Unternehmen und ihre Strategien.

MEGATRENDS gibt es in den allen Lebensbereichen – Wirtschaft, Gesellschaft & Forschung und Wissenschaft. Die Megatrends speisen sich jeweils aus mehreren einzelnen Trends.

1. Arbeit und Unternehmen im Wandel

  • Aufweichen des traditionellen Mitarbeiterbildes
  • Verdichtung der Arbeit bei steigenden Mitarbeiteranforderungen
  • Entwicklung offenerer Arbeitsstrukturen und Managementkonzepte
  • Automatisierung von immer komplexeren Arbeitsaufgaben
  • neue intelligente Produktionsverfahren
  • das Loslassen überholter Geschäftsmodelle als Herausforderung
  • Unternehmen als Löser gesellschaftlicher Herausforderungen
  • unterschiedliche Branchen wachsen zusammen

Deloitte Studie: Digitalisierte Arbeitswelt stellt österreichische Unternehmen vor große Herausforderungen
Arbeitsmarktservice Österreich Studie: Globale Trends – europäische und  österreichische Entwicklungen

2. Intelligente Produkte und Infrastrukturen

  • Weiterentwicklung von Informationstechnik, Sensorik und Robotik
  • Zusammenwachsen von Technologien
  • Vereinfachtes Schnittstellenmanagement und intelligente Infrastruktur
  • Zusammenwachsen von Mensch und Maschine
  • Innovationssprünge durch Fortschritte bei Nanotechnologie und Bionik
  • Zunehmende Miniaturisierung von technischen Bauteilen
  • Mit Semantik und intelligenten Algorithmen zum Web 3.0
  • Einbinden aller Alltagsgegenstände in ein digitales Netzwerk
  • Vereinfachte Benutzerführung bis hin zur Vollautomatisierung

3. Märkte und Konsum im Umbruch

  • Globalisierung von Konsumtrends
  • Steigende Konsumnachfrage aus Schwellen- und Entwicklungsländern
  • Zunehmende Markttransparenz
  • wachsende Bedeutung von Life-Style Konsum
  • Herausbilden neuer Anbieter-Konsumentenverhältnisse
  • neue Verkaufs- und Werbekonzepte gegen wachsende Marktsättigung
  • Vertrauen als zentrales Gut für Konsumentscheidungen
  • Zunehmende Sinnfragen und Zweifel an der Wachstumsideologie
  • kritisches Käuferverhalten und Unternehmensverantwortung

4. Internetkultur und Digitalisierung

  • neue digitale und internetbasierte Geschäftsmodelle
  • Aufmerksamkeit als knapper werdendes Gut
  • Computerunterstützung in immer mehr Lebensbereichen
  • Digitale Teilhabe von Nutzern aus Entwicklungsländern
  • Entstehung vernetzter (globaler) Subkulturen
  • Neue Kommunikations- und Beteiligungsformen
  • zunehmende Informationsverarbeitung in Echtzeit
  • Startup- und Betakultur als Vorbild für Unternehmen

5. Mobilität und Logistik

  • weltweit zunehmende Personen-, Waren- und Informationsströme
  • wachsender globaler Tourismus
  • sich änderndes Zusammenspiel verschiedener Mobilitätsformen
  • IT-Unterstützte Zusammenführung der Verkehrs- und Warenströme
  • Überwindung der Mobilitätskonzepte des 20. Jahrhunderts
  • Mobilitätssubstitution durch Digitalisierung und neue Logistikkonzepte
  • Entstehen von horizontalen Mobilitätskonzepten

6. Klimawandel und Ökologisierung

  • Fortschreitende Erderwärmung und Klimawandel
  • Sensibilisierung der Menschen für Umweltthemen
  • zunehmender Schadstoffausstoß
  • massive Umweltprobleme in Schwellen und Entwicklungsländern
  • Verschärfung von Gesetzen und politische Markteingriffe
  • Entstehen neuer Märkte für Umweltschutztechnologien
  • Regionale Vorbereitung auf die Konsequenzen des Klimawandels

7. Fortschreitende Individualisierung

  • Überwindung traditioneller Restriktionen und Normen
  • Individualisierungsprozesse verbreiten sich weltweit
  • Aufweichen von Klassenzuordnung, Kastensystemen und Religion
  • Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen
  • sich veränderndes Familienbild
  • Pluralismus der Lebensstile
  • Zunahme individualisierter Produkte und Dienstleistungen
  • Suche nach neuer Orientierung und Halt

8. Veränderung im Gesundheitswesen

  • steigende Hygiene- und Lebensstandards
  • Transparenz über Konflikte mit Ernährung, Arbeit und Konsum
  • Schwerpunktverlagerung bei den Krankheitsbildern
  • wachsende Gesundheitsausgaben und zunehmender Kostendruck
  • Technisierung und Individualisierung der Medizin
  • stärkere Informiertheit von Patienten und Selbstbehandlung
  • steigendes Aufkommen ethischer Fragestellungen
  • trotz Fortschritten zunehmendes Risiko großer Epidemie

9. Fortschreitende Globalisierung

  • sich ändernde Handels- und Investitionsströme
  • Einflussgewinn von großen Schwellenländern
  • zunehmende Innovationsleistung in Schwellenländern
  • sinkende Relevanz von Arbeitskosten als Standortfaktor
  • Abschwächung globaler Produktionsunterschiede
  • wachsen neuer und bestehender Monopole
  • zunehmende Wettbewerbsunfähigkeit von Regionen

10. Zunehmende Urbanisierung

  • Entstehen neuer Städte in Schwellen- und Entwicklungsländern
  • wachsen von Städten und städtischen Ballungszentren
  • sich abzeichnende Wachstumsgrenzen von Urbanen Räumen
  • Einleiten von Konzepten zur übergreifenden Raumordnung
  • Schwellenländer werden zum Innovationsmotor des Städtebaus
  • zunehmende Entwicklungsprobleme von ländlichen Gebieten
  • Verbreitung effizienter Infrastruktur für ein nachhaltiges Stadtleben
  • Städte etablieren sich als soziokulturelle Schmelztiegel

Quelle: http://www.zukunftsstark.org/megatrends/