Beratungsnachfrage ist groß – mehr als die Hälfte der Unternehmen wünscht sich dringend Unterstützung – KMU erkennen Chancen in der Digitalisierung. Maßnahmen und Forderungen der Wirtschaftskammern Österreich und des Fachverband UBIT.

Wien, September 2018. „Die EU-Datenschutzgrundverordnung ist nahezu bewältigt – jetzt sind weitere Datensicherheit und die Digitalisierung aller betrieblichen Prozesse, wie etwa IT-Infrastrukturen, Administration, Kommunikationsprozesse, in Österreichs Unternehmen das wichtigste Ziel”, so Alfred Harl, Obmann des Fachverbands Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT), und sagt weiter: „Webshops und der Endkundenhandel rücken zwar in den Fokus von Unternehmen, aber digitaler Transfer hört dort nicht auf. Die Diskrepanz zwischen dem digitalen Verhalten der Nutzer bzw. Kunden und der Digitalisierung von Unternehmen gehört geschlossen“. Deshalb setzen die Wirtschaftskammern Österreichs (WKÖ) und der Fachverband UBIT Maßnahmen, um Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen. Wichtiger Ausgangspunkt und Wissens-Tool ist dabei eine vom Fachverband UBIT der WKÖ initiierte, mit starker Beteiligung der Wirtschaftskammern in den Bundesländern, Hutchison Drei Austria sowie des Institut für KMU-Management der Wirtschaftsuniversität Wien, unter der Leitung von Arthur D. Little Austria zum zweiten Mal durchgeführte Studie, zum Status der digitalen Transformation österreichischer KMU. „Die Analyse ist enorm wichtig, um die Entwicklungen zu beurteilen und auch zu sehen, wo wichtige Hebel zur Stärkung und Förderung der Unternehmen liegen“, sagt Alfred Harl.

Digitalisierungsindex und Top-Erkenntnisse
Um ein umfassendes Bild vom Digitalisierungsstand der KMU zu erhalten, wurden fünf inhaltliche Themenfelder abgefragt: 1. Treiber und Herausforderungen der Digitalisierung, 2. Rolle der digitalen Transformation bei Produkten und Services, 3. Umfang der Digitalisierung im Betrieb und in den Tätigkeiten, 4. Nutzung digitaler Kanäle zur Kundengewinnung und Kundenmanagement sowie 5. der Stellenwert der digitalen Transformation in Kultur und am Arbeitsplatz. Der sogenannte Digitalisierungsindex, der neu erhoben wurde, ordnet die Unternehmen den Kategorien „Digitaler Neuling“, „Digital bewusst“, „Digital orientiert“ und „Digitaler Champion“ zu. „Der Großteil der befragten KMU, über sieben Branchen hinweg, befindet sich im Bereich ‚Digitaler Neuling‘ oder ‚Digital bewusst‘. Die Branchen, Bank und Versicherung‘ sowie ‚Information und Consulting‘ sind am stärksten digitalisiert. In anderen Bereichen gibt es Aufholbedarf“, erklärt Sarah Gillessen, Studienleiterin von Arthur D. Little und ergänzt: „Die einfachen und kostengünstigen Möglichkeiten und Tools, die dabei unterstützen können, sind jedoch bei den KMU nicht ausreichend bekannt.“

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Fotocredit: Paris Tsitsos