- 64 Prozent der Online-Shops in Österreich bereits von Betrug betroffen
- Deutschland verzeichnet deutlich mehr Identitätsbetrug und Account-Takeover-Fälle
- Fast jeder zweite österreichische Händler meldet steigende Betrugsfälle
Wien, 22.10.2026 – Betrug im E-Commerce bleibt eine der größten Herausforderungen für Online-
Händler. Bereits 64 Prozent der österreichischen Online-Shops waren von Betrug oder Betrugsversuchen
betroffen. Gleichzeitig berichten 46 Prozent der Unternehmen von einem Anstieg der Betrugsfälle
gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher zeigt sich das Problem in Deutschland: 93 Prozent der befragten
E-Commerce-Händler waren bereits von Betrugsfällen betroffen. Das zeigen aktuelle Erhebungen von CRIF
und dem Handelsverband Österreich unter 175 E-Commerce Unternehmen aus Österreich und
Deutschland.
Die Ergebnisse machen deutlich: Betrug im Online-Handel ist längst kein Randphänomen mehr.
Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit Deutschland, dass sich die Bedrohungslage weiter verschärft und
insbesondere identitätsbezogene Betrugsformen an Bedeutung gewinnen.
„Wer online verkauft, muss heute damit rechnen, ins Visier von Betrügern zu geraten. Fast zwei Drittel der
befragten heimischen Händler haben das bereits erlebt. Für die Unternehmen geht es um verlorene Ware,
unbezahlte Rechnungen und zusätzlichen Aufwand. Gerade kleinere Betriebe trifft das massiv.
Betrugsschutz gehört deshalb zur Grundausstattung eines Online-Shops“, erklärt Rainer Will,
Geschäftsführer des freien, überparteilichen Handelsverbands.
Österreich aktuell noch weniger stark betroffen als Deutschland
Während in Österreich bereits viele Händler mit Betrugsfällen konfrontiert sind, zeigt sich in Deutschland
eine deutlich stärkere Verbreitung professioneller und digital organisierter Betrugsformen. Besonders
auffällig ist der Unterschied beim sogenannten Account Takeover, bei dem Betrüger fremde Kundenkonten
übernehmen und missbräuchlich nutzen. In Österreich berichten 17 Prozent der Händler von dieser
Betrugsform, in Deutschland sind es bereits 56 Prozent.
Auch Identitätsbetrug tritt in Deutschland deutlich häufiger auf. Dort nennen 75 Prozent der Händler diese
Betrugsform als Problem, während in Österreich vor allem Streitfälle rund um den Warenerhalt,
manipulierte Namens- und Adressdaten sowie Identitätsmissbrauch die größten Herausforderungen
darstellen.
„Die österreichischen Ergebnisse zeigen, dass Betrug im Online-Handel bereits heute ein relevantes
Geschäftsrisiko darstellt. Gleichzeitig sehen wir in Deutschland Entwicklungen, die als wichtiger
Frühindikator für den österreichischen Markt dienen können. Insbesondere der starke Anstieg von
Identitätsbetrug und Account-Takeover-Fällen zeigt, wie professionell und digitalisiert Betrüger
mittlerweile agieren“, sagt Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich.
Betrug verursacht erhebliche wirtschaftliche Schäden
Die wirtschaftlichen Folgen von Betrug können beträchtlich sein. „10 Prozent der österreichischen Online-
Händler berichten von jährlichen Betrugsschäden zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Einzelne
Betrugsfälle verursachten dabei Verluste von mehr als 10.000 Euro pro Bestellung, vereinzelt sogar über
25.000 Euro“, ergänzt Rainer Will.
„Viele Betrugsfälle bewegen sich zwar auf vergleichsweise niedrigem Niveau, einzelne Vorfälle können
Unternehmen jedoch erheblich belasten. Neben den finanziellen Schäden entstehen oft zusätzliche
Kosten durch interne Prüfungen, Reklamationen oder aufwendige Kundenkommunikation“, erklärt Anca
Eisner-Schwarz.
Neue Betrugsmuster erfordern neue Schutzmaßnahmen
Mit zunehmender Digitalisierung entwickeln sich auch die Methoden der Betrüger weiter. Künstliche
Intelligenz, synthetische Identitäten und automatisierte Angriffe erschweren die Erkennung betrügerischer
Aktivitäten zusätzlich.
Bereits 50 Prozent der österreichischen Online-Händler setzen Maßnahmen zur Betrugserkennung ein,
weitere 17 Prozent planen entsprechende Investitionen. Die größten Herausforderungen sehen
Unternehmen in der Erkennung neuer Betrugsmuster sowie in der Balance zwischen wirksamer Sicherheit
und einer möglichst reibungslosen Customer Journey.
„Der Vergleich mit Deutschland zeigt, dass österreichische Händler jetzt die Möglichkeit haben, sich
frühzeitig auf neue Bedrohungen vorzubereiten. Investitionen in Identitätsprüfung, Risikoanalyse und
Betrugsprävention sind heute weit mehr als reine Sicherheitsmaßnahmen. Sie sind ein entscheidender
Faktor für nachhaltiges Wachstum, Kundenzufriedenheit und Vertrauen im digitalen Handel“, so Anca
Eisner-Schwarz.
„Händler stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Sie müssen Betrüger stoppen und ihren ehrlichen
Kundinnen und Kunden gleichzeitig einen einfachen Einkauf ermöglichen. Niemand möchte bei jeder
Bestellung unter Generalverdacht stehen. Dafür braucht es Schutzmaßnahmen, die im Alltag funktionieren
und auch für kleinere Webshops leistbar sind“, so Handelssprecher Rainer Will abschließend.
Über die Studie:
Für die Studie „Betrug im E-Commerce“ wurden 99 Online-Händler in Österreich befragt. Die Erhebung wurde von CRIF
gemeinsam mit dem Handelsverband Österreich durchgeführt.
Die Vergleichsdaten für Deutschland stammen aus einer Befragung von 76 Online-Händlern, die CRIF gemeinsam mit dem
Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) durchgeführt hat.
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Über CRIF
CRIF ist ein globaler Informationsdienstleister mit mehr als 70 Niederlassungen in über 35 Ländern auf vier Kontinenten.
Im Fokus der Unternehmensgruppe steht der Schutz und die Stärkung der lokalen Wirtschaft. CRIF setzt auf datenbasierte
Lösungen für Identitäts- und Risikomanagement, Betrugsvermeidung und Nachhaltigkeit. Handel, Banken,
Versicherungen, Zahlungsanbieter und damit auch Konsument:innen werden durch die Lösungen von CRIF geschützt und
gestärkt. CRIF vereint das Beste aus zwei Welten: innovative Technologie mit vertrauenswürdigen Informationen sowie
Analytics und Consulting. CRIF, lizenzierter Tool-Partner der GRI (Global Reporting Initiative), gestaltet die Zukunft von
Unternehmen durch innovative Lösungen, die weit über eine umfassende wirtschaftliche Stärkung hinausgehen. Als Teil
der CRIF-Gruppe ist CRIF Ratings eine von der ESMA zugelassene Ratingagentur. www.crif.at
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