- Datenqualität, Transparenz und automatisierte Risikoanalysen werden wichtiger
- Steigende Relevanz von Frühwarnsystemen und Betrugsprävention in der Kreditvergabe
Wien, 30.07.2026 – Mit der Umsetzung der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) kommen auf Banken und Finanzdienstleister umfassende neue Anforderungen zu. Die neuen Regelungen betreffen unter anderem die Kreditwürdigkeitsprüfung, Informationspflichten, Verbraucherrechte sowie Transparenz- und Governance-Vorgaben. Im Mittelpunkt steht die Frage, auf welcher Grundlage Kreditentscheidungen künftig getroffen werden und wie diese nachvollziehbar dokumentiert werden können.
Ein zentrales Element der Richtlinie ist die verschärfte Bonitätsprüfung. Kreditgeber müssen künftig verstärkt auf verifizierbare Informationen zu Einkommen, Ausgaben sowie der finanziellen und wirtschaftlichen Situation von Antragsteller:innen zurückgreifen. Die Vergabe eines Kredits soll künftig noch stärker an die tatsächliche Rückzahlungsfähigkeit gekoppelt sein. Zudem kommt der Qualität der verwendeten Daten sowie einer transparenten Dokumentation der Entscheidungsprozesse künftig eine noch größere Bedeutung zu.
Mehr Rechte und Transparenz für Verbraucher:innen
„CCD2 ist weit mehr als ein regulatorisches Projekt. Die Richtlinie beschleunigt die Digitalisierung der Kreditvergabe. Wer Datenqualität, Transparenz und automatisierte Prozesse zusammenführt, kann die neuen Vorgaben nicht nur effizient erfüllen, sondern Kreditentscheidungen auch fundierter und schneller treffen“ erklärt Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich.
Zugleich stärkt die CCD2 die Rechte von Verbraucher:innen: Werden Entscheidungen maschinell getroffen, müssen Unternehmen die zugrunde liegenden Abläufe offenlegen können. Verbraucher:innen erhalten erweiterte Informationsrechte und die Möglichkeit, eine menschliche Überprüfung einzufordern. Zudem wird die Nutzung bestimmter personenbezogener Daten eingeschränkt. So dürfen beispielsweise Daten aus sozialen Netzwerken nicht für die Bonitätsprüfung herangezogen werden.
Auch die Informationspflichten werden ausgeweitet. Kreditgeber müssen Verbraucher:innen künftig umfassender über Kreditmerkmale, Kosten, Rückzahlungsstrukturen sowie Risiken informieren. Gleichzeitig werden die Vorgaben für Werbung und Beratungsleistungen verschärft, um die Transparenz im Kreditprozess weiter zu erhöhen.
Verifizierbare Daten werden zum Erfolgsfaktor
Die Umsetzung der CCD2 macht verlässliche Datenquellen und digitale Prozesse zu einer zentralen Grundlage moderner Kreditentscheidungen. Banken und Finanzdienstleister können die neuen Vorgaben nur dann reibungslos erfüllen, wenn beide ineinandergreifen. Genau hier unterstützt CRIF mit Lösungen entlang der gesamten digitalen Kreditstrecke: von digitalen Identitätsprüfungen über die Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit sowie Compliance-Checks bis hin zu automatisierten Risikoanalysen.
Eine besondere Rolle kommt dabei Open Banking zu. Die Analyse von Kontodaten liefert zusätzliche Einblicke in Einnahmen, Ausgaben und finanzielle Verpflichtungen von Antragsteller:innen – und damit eine breitere, aktuellere Basis für die Bewertung der Rückzahlungsfähigkeit. Digitale Identitätsprüfungen sichern zusätzlich eine schnelle, sichere Verifizierung. So entsteht ein Prozess, der Entscheidungen konsistent und nachvollziehbar macht – bei gleichzeitig hoher Geschwindigkeit.
Kontinuierliches Monitoring gewinnt an Bedeutung
Mit der Kreditvergabe endet die Risikobewertung nicht. Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Vorgaben und wirtschaftlicher Unsicherheiten gewinnt auch die laufende Überwachung bestehender Kundenbeziehungen an Bedeutung. CRIF unterstützt Unternehmen dabei mit automatisierten Monitoring- und Frühwarnsystemen, die Veränderungen in Kreditportfolios laufend erfassen.
„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten reichen punktuelle Bonitätsprüfungen oft nicht mehr aus. Unternehmen benötigen aktuelle Informationen, transparente Entscheidungsgrundlagen und effiziente Prozesse, um Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Kreditentscheidungen treffen zu können“, so Eisner-Schwarz.
Mit der Umsetzung der CCD2 wird deutlich: Die Zukunft der Kreditvergabe basiert auf verifizierbaren Daten und digitalen Prozessen. Unternehmen, die diese frühzeitig integrieren, schaffen damit die Basis für regulatorische Sicherheit über die gesamte Kundenbeziehung hinweg.
CRIF ist ein globaler Informationsdienstleister mit mehr als 70 Niederlassungen in über 35 Ländern auf vier Kontinenten. Im Fokus der Unternehmensgruppe steht der Schutz und die Stärkung der lokalen Wirtschaft. CRIF setzt auf datenbasierte Lösungen für Identitäts- und Risikomanagement, Betrugsvermeidung und Nachhaltigkeit. Handel, Banken, Versicherungen, Zahlungsanbieter und damit auch Konsument:innen werden durch die Lösungen von CRIF geschützt und gestärkt. CRIF vereint das Beste aus zwei Welten: innovative Technologie mit vertrauenswürdigen Informationen sowie Analytics und Consulting. CRIF, lizenzierter Tool-Partner der GRI (Global Reporting Initiative), gestaltet die Zukunft von Unternehmen durch innovative Lösungen, die weit über eine umfassende wirtschaftliche Stärkung hinausgehen. Als Teil der CRIF-Gruppe ist CRIF Ratings eine von der ESMA zugelassene Ratingagentur. www.crif.at
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